Zeremonie
In einem Vorgespräch besprechen wir den äußeren Ablauf und die inhaltliche Gestaltung Ihres schönsten Tages. Sie sollen ihn erleben als Frau und Mann oder als gleichgeschlechtliches Paar am Ort Ihrer Wahl (ob Kirche oder Kapelle, Heißluftballon oder Schiff, im Hotel oder in freier Natur). Sie bestimmen selbst, ob der Ritus weltlich, philosophisch oder religiös gestaltet wird. Im Mittelpunkt stehen Sie und Ihre Gäste.
Die Feier erhält ihre Spannung durch den Wechsel zwischen Sprache und Musik, symbolischen Handlungen und Zeichen. In der Mitte steht Ihre ganz persönliche Trauansprache. (Die Sprache ist das Haus des Menschen, Martin Heidegger). Musik/Lieder nach Ihren Vorstellungen und Ihrer Wahl (Musik als universale Sprache der Menschheit, Yehudi Menuhin) und Ihr Trauversprechen als Ausdruck Ihrer personalen Liebe (Einen Menschen lieben, heißt ihm sagen: Du wirst nicht sterben, Gabriel Marcel).
Aus Trauansprachen
Liebe A., lieber M.,
... Ihr verbindet nun zwei individuell gelebte Leben miteinander und die jeweils gemachten Lebenserfahrungen, die positiven wie die negativen.
Du Alexandra, geboren und aufgewachsen in Rio de Janeiro, jener pulsierenden Großstadt Brasiliens mit dem alles überragenden gütigen Christus. Welch ein Symbol in einer friedlosen Zeit! Eine glückliche Kindheit und Jugendzeit hast Du dort verbracht mit Deinen Eltern, Doris und Benno, und Deinen Schwestern Marcia und Nicki. Du hast die Freiheit und das Glück erfahren im Spiel auf der Straße und am Strand. Jene grenzenlose Freiheit, die in einem Lied über das Fliegen so poetisch besungen wird. Und darin hast Du ja auch Deinen späteren Beruf gefunden. Und verinnerlicht, ganz tief in Dir drin, hast Du eine Lebensweisheit, die da lautet: "Was Du liebst, lass es frei, damit es zu Dir zurückkommt." Dieses Verständnis von Freiheit, bewahre es Dir und gestehe es auch anderen zu.
Ja, und dann warst Du 17 Jahre und kamst nach Deutschland, in ein Dir fremdes Land, mit fremden Menschen, fremden Gebräuchen, einer fremden Kultur. Als "Verlust der Heimat" hast Du das damals empfunden, vor elf Jahren also.
Aber heute wissen wir, erfahren wir, dass dieser Verlust die Voraussetzung war, jenen Reichtum zu gewinnen und zu feiern, der heute Anlass unseres Zusammenseins ist. Und dieser Reichtum hat einen Namen und ein Gesicht: Michael; und bald zwei Namen: den Namen, den Ihr Eurem Kind geben werdet, das Ihr erwartet. ...
Liebe D., lieber M.,
... Dieses Internetportal war so ansprechend, dass jeder von Euch sich dazu entschloss, mit einem Kurzportrait dort vertreten zu sein. Noch keinen Monat waren D. und M. auf diesen Seiten präsent, als unser Bräutigam vom Foto unserer lieben Braut so begeistert war, dass er sich mit einer ganz individuell und liebevoll formulierten Zuschrift bei ihr meldete. Und wer es noch etwas genauer wissen möchte, dem sei gesagt, dass der Text exakt aus 1.000 Zeichen bestand, dies nämlich war das Limit, das neu.de gesetzt hatte und das M. auch bis zum letzten nur möglichen Buchstaben ausschöpfte. D. war von dieser Zuschrift so sehr berührt, dass sie prompt antwortete. Allerdings brachte sie es nur auf 800 Zeichen. Doch gleich werden wir noch hören, wo sie unseren Bräutigam übertroffen hat. Auf diesen ersten Kontakt damals folgte eine Zwangspause, weil D. für eine Woche nach Frankreich in den Urlaub entschwand. Aber die begonnene Korrespondenz ließ sie in ihren Gedanken nicht mehr los und nach ihrer Rückkehr, die Koffer waren noch nicht ausgepackt, meldete sie sich sofort bei M. zurück. Es folgte ein Phase von einer Woche, in der regelmäßig um Mitternacht die Telefonleitungen glühten, wobei - ich verrate jetzt kein Geheimnis und komme zur eben gemachten Andeutung zurück - der Redeanteil unserer lieben Braut um ein Vielfaches höher war als der unseres Bräutigams. Bald jedoch war das Bedürfnis, sich per Telefon oder E-Mail auszutauschen, erlahmt. Ein persönliches Kennenlernen war angesagt, und zwar für Samstag, den 16. September, abends um 22:00 Uhr, bei dem M. einem Spontaneitätstest unterzogen wurde. ...
Beispiele für Voten zur Hochzeitsfeier als Inspiration
Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt, hat der große Menschenfreund Albert Schweitzer gesagt. Und dieses Glück feiern wir heute, liebe X, lieber Y, weil Ihr einem Satz des Religionsphilosophen Blaise Pascal gefolgt seid, der davon überzeugt war: Das Herz hat Gründe, die die Vernunft nicht kennt.
Gott hat uns seinen Geist gegeben. Daran erkennen wir, dass wir mit ihm verbunden sind und er mit uns. ... Gott ist Liebe. Wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott, und Gott lebt in ihm. (1. Johannesbrief)
Ich habe eine Hand, um deine zu halten, wenn du alleine
bist.
Um sie zu streicheln, wenn du Zärtlichkeit suchst.
Um dich zu
wärmen, wenn du frierst.
Um dir aufzuhelfen, wenn du gefallen bist.
Um
dich zu führen, wenn du den Weg suchst.
Um dich zu beschützen, wenn du Hilfe
brauchst.
Um bei dir zu sein, wenn du meine Nähe suchst.
Um dich zu
stärken, wenn du schwach bist.
Um dir zu zeigen, dass ich stets für dich da
bin.
Um dir wortlos zu sagen: Ich liebe dich!
Der heilige Apostel Paulus spricht: Ich bete zu Gott, dass er euch Einsicht und Weisheit schenkt, damit eure Liebe wachse und immer vollkommener werde. (Phil. 1,9)
Winkt dir die Liebe, so folge ihr, sind auch ihre Wege hart und steil. Und umhüllen dich ihre Flügel, so ergib dich ihr, mag auch das unterm Gefieder verborgene Schwert dich verwunden. Und redet sie mit dir, so trau ihrem Wort, mag auch ihre Stimme deine Träume erschüttern, wie der Nordwind den Garten verwüstet. Denn gleich wie die Liebe dich krönt, so wird sie dich kreuzigen, wie sie deinen Lebensbaum entfaltet, so wird sie ihn beschneiden. Wie sie emporsteigt zu deiner Höhe und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne erbeben, ebenso wird sie hinabsteigen zu deinen Wurzeln und sie aufrütteln in ihrem Festklammern am Erdboden. Gleich Garben von Korn rafft sie dich an sich. Sie drischt dich, um dich zu entblößen. Sie siebt dich, um dich vom Spreu zu befreien. Sie zermalmt dich, bis du weiß wirst, sie knetet dich, bis du geschmeidig bist. Und dann beruft sie dich an ihr heiliges Feuer, auf dass du heiliges Brot werdest zu ihrem heiligen Festmahl. (Khalil Gibran, Der Prophet)
Zärtlichkeit und Zuneigung sollen Eure Begleiter
sein;
nicht nur in der Zeit Eurer leidenschaftlichen Liebe,
sondern auch
in den späteren Jahren Eurer Zweisamkeit.
Wen Du brauchst?
Einen zum Küssen und
Augenzubinden,
einen zum lustige-Streiche-erfinden.
Einen zum
Regenbogen-suchen-gehen
und einen zum fest-auf-dem-Boden-stehen.
Einen zum
Brüllen, zum Leisesein einen,
einen zum Lachen und einen zum Weinen.
Auf
jeden Fall einen, der Dich mag,
heute und morgen und jeden Tag.
Ich will wachen, wenn du müde bist,
ich will erinnern,
wenn du vergisst,
ich will schweigen, wenn du Recht hast,
ich will
sprechen, wenn du irrst,
ich will voran gehen, wenn du zögerst,
ich will
stark sein, wenn du versagst,
ich will gehen, wenn du allein sein
willst,
ich werde aber immer da sein, wenn du mich brauchst.
Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an
deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach
gerne möchte ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an
einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen
schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen
wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches
Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O
süßes Lied. (Rainer Maria Rilke)
Mit dir
will ich bauen
an unserem gemeinsamen
Leben,
nicht an etwas Leerem,
sondern mit offenem Blick zur Welt.
Mit
dir will ich bauen
an einem Zuhause
für dich und mich,
für unsere
Kinder
und für jeden, der unseren Weg kreuzt,
einen Platz, wo Wärme und
Ruhe für viele ist.
Mit dir will ich bauen
an einem vielseitigen
Zusammenleben
wo jeder, welche Hautfarbe, Sprache
oder Überzeugung er auch
hat,
zusammen mit Anderen
glücklich sein darf.
Mit dir will ich
bauen
an einer Welt, wie Gott sie sich erdacht hat.
Ich möchte dich unentwegt anschauen,
aber dann ständen
wir immer gegeneinander.
Ich möchte dich umarmen und meine Arme nie mehr
öffnen,
doch dann kämen wir keinen Schritt weiter.
Drum wollen wir
einander bei der Hand nehmen,
in dieselbe Richtung schauen und auf dasselbe
Ziel zugehen.
So werde ich dich immer besser kennen lernen
und du wirst
immer mehr erfahren, wer ich bin.
Ich werde verstehen, wie du denkst und
fühlst,
wie du die Menschen siehst und das Leben.
Ich werde lernen, mit
dir zu denken,
mit deinen Augen zu sehen
und mit deinem Herzen zu
empfinden.
Ich werde nicht versuchen,
dich nach meinen Wünschen
umzuformen.
So werden wir aneinander wachsen
und einander immer tiefer
lieben und achten.
Du wirst durch mich mehr du selber werden
und ich mehr
ich selbst durch dich.
Vielleicht wird unsre Einsamkeit zuweilen fast
unerträglich sein,
denn aus dem tiefsten Raum in uns führt kein Weg nach
außen;
so bleibt im Letzten jeder allein.
Gemeinsam werden wir unsere
Einsamkeit tragen
und gerade dadurch mehr und mehr eins werden.
Der Andere ist anders:
Er denkt anders, als ich
denke.
Er handelt anders, als ich handle.
Er meint etwas anderes, als ich
verstanden habe.
Er tut etwas anderes, als ich es von ihm erwartet
hätte.
Er sagt etwas anderes, als ich es für passend finde.
Er lacht und
trauert anders, als ich augenblicklich gestimmt bin.
Er schlussfolgert
anders, als ich es für logisch halte.
Er äußert sich anders, als ich es hören
wollte.
Er lebt anders als ich und doch sind wir eins.
(Weitere Voten und auch Trausprüche, die als Motto Ihren Einladungen vorangestellt werden können, schlage ich im persönlichen Gespräch vor.)